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Das Interview ist am 09. Februar 2021 auf der Website des FYB Financial YearBooks erschienen www.fyb.de.

Neue (Multi-)-Family Holdings wie Viessmann (VC/O), Leo Familien Holding, Magnus Holding fallen auf mit zahlreichen Investments in kurzes Zeit, stark digitalisierten Prozessen, langen Haltedauern und jungen Management-Teams. Wie sind sie entstanden und worin liegen ihre Stärken?

1. Sie und Ihre Partner sind alle unter 40 Jahre, haben 2019 einen Fonds mit einem Volumen von > EUR 50 Mio. bei Privatinvestoren eingesammelt und dann sehr schnell 4 Investments getätigt. Wie ist Liberta Partners entstanden?

Zwei meiner Partner hatten Liberta bereits 2016 als kleinere, operative Multi-Family-Holding gegründet. 2019 kamen ein weiterer Partner und ich dazu und im selben Jahr konnten wir eine Reihe von namhaften Family Offices und Privatinvestoren – viele in unserem Alter — davon überzeugen, in unseren Fonds zu investieren. Wir vier Partner kannten uns aus dem beruflichen und privaten Umfeld, bevor wir uns zusammengetan haben, um Liberta Partners noch professioneller und nachhaltiger aufzustellen und insgesamt zu vergrößern. Wir haben vorher alle bei verschiedenen Beteiligungsgesellschaften gearbeitet und uns im Vorfeld oft und intensiv zu Investmentstrategien, Unternehmensentwicklung und unseren gemeinsamen Wertekonstrukt ausgetauscht. Wir ergänzen uns bezüglich unserer Erfahrungen und Fähigkeiten gut und profitieren heute sehr davon, dass wir uns schon so lange kennen.

Bei der Suche nach passenden Beteiligungen liegt unser Fokus auf Konzernausgliederungen und Nachfolgesituationen. Wir suchen dabei nach Unternehmen, die in einem interessanten Markt aktiv sind und operatives Entwicklungspotential haben. Im Durchschnitt werden uns pro Jahr ca. 350 Unternehmen angeboten. Wir haben vor allem in der Anfangszeit sehr starken Wert darauf gelegt die internen Prozesse zu standardisieren, um uns schnell auf die passenden Unternehmen fokussieren zu können. So ist es uns gelungen, in den ersten 18 Monaten bereits vier Transaktionen abzuschließen.

2. Worin liegen die Stärken von Liberta Partners?

Wir sind zielgerichtet, konsistent und durch sehr effiziente Prozesse schnell in der Umsetzung. Wir unterstützen unsere Portfoliounternehmen mit einem stark operativen Ansatz und nutzen hierbei alle Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung ermöglicht.

Ein weiterer Fokus ist das Thema Human Resources (HR). Unsere erste Verstärkung im Corporate Development Team war daher eine HR-Direktorin. In diesem Bereich sehen wir zum einen durch den steigenden Fachkräftemangel gewisse Risiken, die wir gemeinsam mit unseren Beteiligungen angehen müssen, aber auch enorme Chancen, wenn man die richtigen Mitarbeiter findet und diese gezielt weiterentwickelt. Bei Carve-Outs aus großen Konzernen spielt außerdem das Thema des kulturellen „Change“ auf dem Weg zu einem eigenständigen mittelständischen Unternehmen eine entscheidende Rolle.

Um unseren Ansatz „100% Core & Care“ auch wirklich umsetzen zu können, haben wir mittlerweile sieben Mitarbeiter im Corporate Development Team. Neben dem Thema HR & Organisation, liegt der Fokus auf Strategie & Operations, Finance & Controlling und Legal Support.  So können wir unseren Unternehmen vor Ort helfen, die festgelegte Strategie und konkrete Maßnahmen gemeinsam umzusetzen. Intern setzen wir ebenfalls auf die Chancen der Digitalisierung. So nutzen wir z.B. Salesforce als CRM-Tool, um unseren Dealflow zu managen und Personio als Software für HR Management und Recruiting.  Auch die Umstellung auf Homeoffice durch die Corona Pandemie verlief ohne größere Komplikationen. Hier hat uns vor allem Mircrosoft Teams geholfen, mittlerweile fester Bestandteil der internen Kommunikation

3. Der Generationswechsel im PE-Sektor scheint mitten im Gange zu sein. Wodurch zeichnet sich die neue Generation der Beteiligungsmanager aus?

Der Beteiligungsmarkt ist kompetitiv und es kommt heute mehr denn je darauf an, wie man die Portfoliounternehmen weiterentwickelt. Daher glauben wir, um in diesem Markt heute nachhaltig erfolgreich zu sein, benötigt man einen operativen Ansatz, ein starkes Team und ein gutes Netzwerk. — Außerdem nimmt die Flexibilität bei den Haltedauern zu. Wir bei Liberta haben hier auch einen flexibleren Ansatz, der es uns erlaubt die Portfoliounternehmen länger zu halten als klassische Private Equity Fonds.

Bei Liberta haben wir fest definierte Wertvorstellungen, die wir intern aber auch in unseren Beteiligungen leben. Bei uns zählt nicht die Position oder die Seniorität, sondern das bessere Argument. Wir haben flache Hierarchien und leben eine offene Kommunikation. Wir sitzen normalerweise (und sobald es die Corona Pandemie wieder zulässt) in einem als Großraumbüro genutzten Loft im Münchener Univiertel. Diese „Start-Up“ Atmosphäre hilft uns ungemein dabei, Themen schnell und unkompliziert zu besprechen.

Über Nils von Wietzlow

Nils von Wietzlow, 39 Jahre, hat über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Unternehmensbeteiligungen, M&A und Finanzierungen von Unternehmen. Zwischen 2013 und 2019 arbeitete er als Partner bei ARCUS Capital. Davor war er bei der Beteiligungsgesellschaft First Reserve in London und davor mehrere Jahre bei Merrill Lynch im Bereich M&A beschäftigt. Nils von Wietzlow studierte Betriebswirtschaft an den Universitäten Maastricht in den Niederlanden, Bocconi in Italien und Escuela de Alta Dirección y Administración (EADA) in Spanien. Er ist im Beirat einer mittelständischen Druckerei und unterstützt aktiv die strategische Entwicklung.

Über Liberta Partners

Liberta Partners ist eine Multi-Family Holding mit Sitz in München. Liberta Partners investiert in Unternehmen im deutschsprachigen Raum mit einem klaren operativen und strategischen Entwicklungspotential, insbesondere in Nachfolgesituationen und Konzernausgliederungen. Diese werden im Rahmen des langfristigen „100% Core & Care“-Konzeptes aktiv entwickelt und profitieren vom innovativen unternehmerischen Verständnis von Liberta Partners. Das Team von Liberta Partners besteht aktuell aus 12 Mitarbeitern, die in den Bereichen M&A, Operations und Legal tätig sind, sowie einem aktiven Industriebeirat. www.liberta-partners.com

Quelle: https://www.fyb.de/3-fragen-an/neue-family-holdings-laufen-private-equity-firmen-den-rang-ab/